Hintergrundinformationen zur Stadt Schäßburg

Schäßburg liegt nördlich des Karpatenbogens, inmitten einer malerischen Hügellandschaft im engen Flußtal der Kokel (rum.: Tarnava).
Die nächsten großen Städte sind Targu Mures/Neumarkt im Norden (50km), Brasov/Kronstadt im Südosten (120 km), Medias (40km) und Sibiu/Hermannstadt (80km) im Westen. Im Süden grenzt lediglich der Karpatenkamm, in ca. 80 km Entfernung an.

Die Stadt hat circa 35.000 Einwohner und teilt sich auf, in: die Ober- und Unterstadt, sowie zahlreiche Randsiedlungen und eingemeindete Dörfer.

Die Gründung der Stadt Schäßburg wird offiziell auf das Jahre 1291 datiert. Deutsche Siedler waren es, die hier im Schutze dreier Gewässer zunächste eine primitive Holzsiedlung errichteten, die sich in wenigen Jahrhunderten, trotz vieler Überfälle und Naturkatastrophen, sowie Brände und Seuchen zu einer stattlichen Festungsanlage entwickeln konnte.

Im Mittelalter war Schäßburg eines der Hauptzentren des Handels und des traditionellen Handwerks in Siebenbürgen und gehörte sogar zu einer der fortschrittlichsten und reichsten Städte Südosteuropas.
Schäßburg ist heute die noch einzige bewohnte Burg Europas.

Tausende von Touristen strömen jährlich den Burgberg hinauf, um die „Citadel“, wie sie von den Schäßburgern genannt wird zu besichtigen. In der Mitte dieser Anlage befindet sich auf einem 480m Hohen Plateau die „Bergkirche“ eines der Wahrzeichen der Stadt. In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich das Joseph Haltrih Lyzeum.

Weitere Infos zur Stadt und Geschichte Schäßburg gibt’s unter:
http://www.siebenbuerger.de/ortschaften/schaessburg/ oder
http://www.hog-schässburg.de/


Aktive Medienarbeit

von Günther Anfang

Aktive Medienarbeit spielt in der Medienpädagogik seit vielen Jahren eine wichtige Rolle. Sie hat sich geradezu als »Königsweg« medienpädagogischer Arbeit erwiesen, denn hier können Jugendliche Medien selbst in die Hand nehmen und sich mit ihnen ausdrücken.

Im Vordergrund aktiver Medienarbeit steht die Auseinandersetzung mit Medienerlebnissen und Medienerfahrungen und mit Medienprodukten und Institutionen. Mit Hilfe aktiver Medienarbeit sollen Jugendliche Medien für sich in Dienst nehmen und eigene Interessen und Themen artikulieren. Somit dient aktive Medienarbeit dazu, die Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeit von Jugendlichen zu erweitern und sie dabei zu unterstützen, ihre eigenen Themen zu bearbeiten, darzustellen und in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Im Mittelpunkt aktiver Medienarbeit steht das »handelnde Lernen«. Das Prinzip des »handelnden Lernens« fußt auf der pädagogischen Theorie von John Dewey, der es als ’learning by doing’ begrifflich bereits in den 20er Jahren gefasst hat. Wichtig dabei ist, dass der Prozess der Aneignung eines Gegenstandsbereichs immer auch mit dessen Veränderung einhergeht.

Die Herstellung eines Medienproduktes motiviert Jugendliche, sich mit einem Thema intensiv zu beschäftigen. Ob es die Planung und Gestaltung eines eigenen Films, eines Audiobeitrages, einer Fotostory im Internet oder einer Homepage zum Thema ist, zunächst muss intensiv recherchiert werden, um die wesentlichen Informationen zum Thema zusammenzutragen. Dabei spielen natürlich auch eigene Erfahrungen und Sichtweisen eine wichtige Rolle.

Aktive Medienarbeit ermöglicht auch das Erlernen der Ausdrucksmöglichkeiten des jeweiligen Mediums. Wer selbst ein Medienprodukt herstellt, lernt zwangsläufig die »Sprache« des jeweiligen Mediums kennen. Ob Film, Radiobeitrag oder Internetseite, die Gestaltung muss sich nach den Erfordernissen des Mediums richten. So [...] müssen beispielsweise für einen Radiobeitrag die Texte so geschrieben sein, dass sie gesprochen werden können. (Schreiben für’s Hören)

Theoretisches und praktisches Wissen wird dabei durch eigenes Tun erfahrbar gemacht und angeeignet. Somit erfolgt Lernen als dialektisches Prinzip von Aneignung, Bewältigung und Veränderung von Realität. Weitere wichtige Aspekte aktiver Medienarbeit sind das Prinzip des exemplarischen Lernens sowie das Prinzip der Gruppenarbeit. Auf der Grundlage dieser Lernprinzipien eröffnen sich für die aktive Medienarbeit vielfältige Möglichkeiten und Chancen bei der Bearbeitung von gesellschaftlichen Gegenstandsbereichen.

Das Erlernen der Mediensprache bildet dabei die Voraussetzung, um an der öffentlichen Kommunikation teilzunehmen. Da aktive Medienarbeit zum Ziel hat Medienprodukte zu schaffen, die in der Öffentlichkeit präsentiert werden, ist die Beherrschung grundlegender Kommunikationsformen eine wichtige Voraussetzung.

Die Präsentation des eigenen Produkts ist gleichzeitig eine Konfrontation der eigenen Position und damit eine Überprüfung der eigenen Sichtweisen und Argumentationen.

Aktive Medienarbeit trägt ebenfalls dazu bei, soziale Verhaltensweisen zu entwickeln. Da aktive Medienarbeit als pädagogische Methode immer auch ein Gruppenprozess ist, steht im Mittelpunkt gemeinsam einen Standpunkt zum Thema zu erarbeiten.Als »Königsweg« sich Wissen anzueignen und selbst Erfahrungen zu sammeln, bietet aktive Medienarbeit somit vielfältige Möglichkeiten sich mit gesellschaftlichen Fragestellungen und Problembereichen auseinander zu setzen.

Auszug aus: http://www.d-a-s-h.org/dossier/14/02_aktive_medienarbeit.html

verfasst von:
Günther AnfangLeiter der Abteilung Praxis am JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis und Redaktionsmitglied der Zeitschrift medien + erziehung